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Schweizer Nationalbank im Dividenden-Dilemma

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Wenig Aussicht auf Dividende wegen Gold und Schweizer Franken

 


Gold und Schweizer Franken – wenig Hoffnung auf Dividende

Der Schweizer Franken als Fluchtwährung und die hohen Goldbestände können je nach Marktlage von Vorteil oder Nachteil für die Schweizer Nationalbank (SNB) sein. Im ersten Semester 2015 überwogen deutlich die Nachteile und die SNB erzielte einen Verlust in Höhe von 50 Mrd. CHF.

Marktdruck seit Aufhebung des Mindestkurses
Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 CHF pro EUR im Jänner dieses Jahres ist der Franken gestiegen: Seit dem 15. Jänner notiert er so stark wie seit Langem nicht mehr und schwankt meist zwischen 1,0 und 1,06 EUR/CHF. Die aktuellen Kurse finden Sie hier.

Es gilt abzuwarten, wie das zweite Semester verläuft, aber auf eine Dividendenausschüttung der Bank kann man sich heuer nicht verlassen, da die Aussicht auf einen Gewinn zu Jahresende sehr gering ist.

Mittelfristiger Trend beim Gold negativ
Wenn man die Entwicklung des Goldpreises näher betrachtet, stellt man fest, dass die mittelfristigen Aussichten für das Gold weiterhin negativ bleiben. Die Tatsache, dass die amerikanische Notenbank (FED) demnächst die Zinsen anheben wird, führt tendenziell zu fallenden Goldpreisen. Dies vor allem deshalb, da Gold im Gegensatz zu festverzinsten Wertpapieren (bspw. den Treasury Bonds) keine laufende Verzinsung abwirft.

Auswirkungen für die Konföderation, die Kantone und die Investoren
Diese Umstände sind sowohl schlecht für die Konföderation und für die Kantone, die sich über viele Jahre auf eine Dividende der SNB verlassen konnten, als auch für private Investoren (die Aktien der SNB quotiert nämlich auch an der Börse in Zürich).
Auf der einer Seite stehen diejenigen, die nicht auf die Dividende verzichten möchten. Auf der anderen sind aber auch jene, denen die eigentliche institutionelle Aufgabe der SNB wichtiger ist. Diese besteht nämlich nicht darin, für hohe Renditen zu sorgen, sondern die Stabilität der Preise und der Währung zu sichern, um so ihren Beitrag zu einer wirtschaftlich starken Schweiz zu leisten.
Die Komplexität der Finanzmärkte und die Entwicklung des Schweizer Frankens, der weiterhin eine Fluchtwährung bleiben wird, werden die wirtschaftliche Lage der Schweiz weiter stark beeinflussen.

 

Bei Fragen stehen unsere Experten gerne für Sie da.