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Resümee der Finanzmärkte 2015

Michel Thomas Investment Manager

Das abgelaufene Jahr begann für die Investoren recht gut, da das makroökonomische Umfeld für die entwickelten Volkswirtschaften positiv war. Die USA und Europa schienen die Situation unter Kontrolle zu haben: Die amerikanische Zentralbank (FED) brachte ihre lockere Geldpolitik (Quantitative Easing) zum Abschluss, während die Europäische Zentralbank (EZB) damit startete. Japans Wirtschaft verzeichnete endlich Fortschritte, während China und diverse Entwicklungsländer ihr Wirtschaftswachstum verlangsamten. Die Finanzmärkte nahmen diese Entwicklungen bis zu einem gewissen Grad vorweg und somit war eine erste Korrektur unvermeidlich. 
Schon bald traf uns die Griechenlandkrise, ebenso wie ernstzunehmende negative Wertschwankungen der Staatsanleihen, vor allem der deutschen Bundesanleihe. Die Situation der Schwellenländer blieb aufgrund des Preisverfalls der Rohstoffe, im Besonderen des Rohöls, unverändert schwierig. Die Sommermonate waren stark von globalen Ereignissen geprägt. Da waren einmal die sich ständig verlangsamende chinesische Wirtschaft und der damit verbundene Einbruch des Aktien- und Währungsmarktes. Auch die Entscheidung der amerikanischen Zentralbank, entgegen allen Erwartungen die Zinsen im September nicht zu erhöhen, stellte das globale Wirtschaftswachstum in Frage. Nicht zuletzt brachten die politische Fragilität Europas und der Volkswagen-Skandal die Finanzmärkte in Schwierigkeiten.
Im vierten Quartal kehrte Vertrauen an den Finanzmärkten zurück, was durch eine vorgezogene Jahresend-Rally im Oktober und November bestätigt wurde. Ein positives Phänomen im vergangenen Jahr waren die Rekordzahlen an Unternehmensübernahmen weltweit, besonders in den USA. Alles in allem haben sich die Anleihen einigermaßen gut gehalten, wenngleich die Renditen im Vergleich zum Jahr 2014 moderat ausfielen. Unter den genannten Umständen hat sich auch der Euro gegenüber dem US-Dollar relativ stabil gehalten.
2015 war es an den Finanzmärkten besonders schwierig, eine kontinuierliche und positive Aufwärtsbewegung zu realisieren. Die ständigen Wertschwankungen waren Ausdruck für die äußerst hohe Nervosität seitens der Anleger.


Mögliches Szenario 2016

Das neue Jahr wird nicht einfacher werden – das zeigt sich bereits in diesen ersten Wochen. Das globale Wirtschaftswachstum bleibt im besten Fall auf dem Stand von 2015, was gar nicht so schlecht wäre, wenn man all die Probleme berücksichtigt, mit denen sich die Finanzmärkte befassen müssen: mögliche militärische Krisen im Nahen Osten, politische Probleme auf europäischer Ebene, ein mögliches BREXIT (EU-Austritt Großbritanniens) und natürlich der Terrorismus. 
Positiv zu sehen ist, dass die meisten Zentralbanken ihre Wirtschaften weiter mit einer lockeren Geldpolitik stützen werden. Die amerikanische Zentralbank hat ihre Geldpolitik geändert und wird extra vorsichtig sein, wenn die Wirtschaft enttäuscht. Ein relativ schwacher Euro könnte für Europa hilfreich sein.
Für einen positiven Verlauf der Aktienmärkte sind gute Unternehmensgewinne und mehr Vertrauen seitens internationaler Gesellschaften Voraussetzung. Aktuell ist es schwierig, Unterstützung aus den Entwicklungsländern und dem angeschlagenen Rohstoffsektor zu erwarten. Doch bereits eine Stabilisierung der beiden wäre hilfreich.
Veranlagungen im Anleihenbereich werden aufgrund des Niedrigzinsumfeldes und der geänderten Zinspolitik in den USA wenig interessant bleiben. Risikoreichere Vermögensklassen wie Aktien mit Fokus Europa sind als attraktiver einzustufen.


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