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Das amerikanische Griechenland: Puerto Rico

Bildquelle: flags.de

Ratingagentur Moody’s stellt die Zahlungsunfähigkeit des US-Außengebietes fest

 

Seit Ende Juli ist Puerto Rico rein technisch gesehen pleite, da ein staatliches Unternehmen eine Anleihe in Höhe von 58 Millionen Euro nicht rechtzeitig in voller Höhe bedienen konnte. Daraufhin erklärte die Ratingagentur Moody’s die Zahlungsunfähigkeit (default).

Schuldenberg von 70 Milliarden Dollar
Das US-Außengebiet ist schon seit längerer Zeit in Schwierigkeiten und hat große Mühe, den enormen Schuldenberg, der auf über 70 Milliarden Dollar geschätzt wird, zu verwalten.

„In erster Linie müssen wir jetzt die Grundversorgung der Bevölkerung garantieren, aber wir müssen auch unsere Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern respektieren“, sagten die Verantwortlichen der Government Development Bank von Puerto Rico.

Verschuldungsgrad von Puerto Rico unter 100%
Im Gegensatz zu Griechenland (Verschuldungsgrad von 174,5%) liegt die Verschuldung von Puerto Rico derzeit bei 93,6% des BIP (Quelle: CIA World Factbook). Damit liegt die Verschuldung Puerto Ricos gemessen am BIP knapp über der Durchschnittsverschuldung der Staaten der Eurozone (91,9%, Quelle: Statista.de).


Default von Puerto Rico zu früh festgestellt?
Es ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob Moody’s die Zahlungsunfähigkeit zu früh festgestellt hat. Denn die Frist für die Rückzahlung der Verbindlichkeit endete am 1. August. Weil dieser Tag auf einen Samstag fiel, hätte die Zahlung am ersten darauffolgenden Arbeitstag, nämlich dem 3. August, erfolgen können. Das Ausbleiben der Rückzahlung hätte nicht automatisch zum Default führen müssen, argumentiert Puerto Rico, da die fällige Anleihe weniger Rechte für die Gläubiger beinhaltete als eine normale Anleihe.

Die Ratingagenturen sehen dies allerdings anders und zeigen sich solidarisch mit Moody’s, die aufgezeigt hat, dass Puerto Rico derzeit nicht über die nötigen Ressourcen verfügt, um den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. 

Zum Scherz und um die Lage zu entdramatisieren bot Schäuble seinem US-Amtskollegen einen besonderen Tausch an: „Tauschen wir Griechenland gegen Puerto Rico!“.

 

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