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BREXIT oder EUXIT?


Auf den Ausgang des Brexit-Referendums reagierten die Finanzmärkte ziemlich überrascht. Die Wettquoten im Vorfeld ließen nämlich einen anderen Ausgang vermuten. Aber das „Ja“ siegte und seitdem sind Zeitungen und Nachrichtensendungen voll mit Spekulationen zum Austrittszeitpunkt und zu den verschiedenen Auswirkungen. Ohne Zweifel wird der Brexit Spuren auf den Finanzmärkten hinterlassen. So gehen Analysten davon aus, dass sich das Wachstum in der Eurozone im Laufe der nächsten Jahre um bis zu 0,5% reduzieren wird. Großbritannien ist ein sehr wichtiger Markt - deshalb werden internationale Investoren Europa auch in Zukunft kritisch betrachten. 

Wie sich der Brexit auf die weitere Entwicklung Europas auswirken wird, ist eine spannende Frage. Der europäische Gedanke sollte eigentlich mehr sein als das Streben der Mitgliedsstaaten nach finanziellen Vorteilen. Er sollte mehr bedeuten als Vereinheitlichung und Reglementierung. Erst wenn das gemeinsame Europa einen festen Platz in den Herzen der Menschen einnimmt, wird Europa eine Chance haben, sich gemeinsam weiterzuentwickeln.
Die Wettquoten im Vorfeld des Referendums waren geprägt von der Einschätzung jener Menschen, die in der Finanzindustrie arbeiten. Sie wetteten auf ein „Nein“, denn für sie war ein Ausstieg aus Europa undenkbar. Doch die Gedanken zu Europa dürfen nicht nur Menschen mit hoher Affinität zu Wirtschaft und Finanzen erreichen, sondern sollten bei allen Europäern ankommen. Sonst wird der Brexit wohl nur der Anfang eines immer weiter auseinanderdriftenden Europas gewesen sein.